Viele Gesichter prägen das Festival Zaubersee
Bild: z.V.g.
1/4 Viele Gesichter prägen das Festival Zaubersee Bild: z.V.g.
Viktoria Mullova
Bild: Henry Fair
2/4 Viktoria Mullova Bild: Henry Fair
Steven Isserlis
Bild: Satoshi Aoyagi
3/4 Steven Isserlis Bild: Satoshi Aoyagi
Marc-André Hamelin
Bild: Sim Canetty-Clarke
4/4 Marc-André Hamelin Bild: Sim Canetty-Clarke
09.05.2019 08:00

Russische Raritäten am Festival Zaubersee

Nach sieben erfolgreichen Durchführungen hat sich das Festival Zaubersee als Liebhaberfestival für russische Kammermusik etabliert. Die 8. Ausgabe findet vom 22. bis 26. Mai 2019 an den Ufern des Vierwaldstättersees statt und hält einmal mehr zahlreiche Raritäten und Entdeckungen bereit. Zu erleben sind weltbekannte Künstler wie Marc-André Hamelin, Viktoria Mullova, Steven Isserlis oder Olli Mustonen.

Die Jahre nach der Russischen Revolution markieren eine wichtige Schwelle in der Geschichte der russischen Musik. Das diesjährige Festival Zaubersee setzt einen besonderen Fokus auf das Jahr 1919: Welche Werke wurden vor hundert Jahren komponiert? Welche Komponisten kamen damals zur Welt, die auf ihre Art wegweisend sein würden? Wie stark war der Einfluss der russischen Diaspora auf die Musik?

Antworten auf diese Fragen geben nicht nur die zehn Konzerte, welche zwischen dem 22. und 26. Mai 2019 in Luzern und Meggen stattfinden, sondern auch die Einführungsveranstaltungen mit Marina Frolova-Walker, Professorin für Musikgeschichte an der Universität Cambridge. Die historischen Räumlichkeiten des Hotels Schweizerhof in Luzern und der Villa St. Charles Hall in Meggen verleihen dem Festival einen stimmungsvollen Rahmen.

Das musikalische Programm beinhaltet auch selten gespielte Perlen russischer Musik – etwa von Samuil Feinberg oder Alexander Tscherepnin – sowie Kompositionen der im Jahr 1919 geborenen Galina Ustwolskaja und Mieczyslaw Weinberg. Neu wird am diesjährigen Festival ein rund halbstündiges Nachtkonzert im Wintergarten des Hotels Schweizerhof veranstaltet, bei dem die Zuhörenden auf Liegestühlen Platz nehmen.

Ein aussergewöhnliches Eröffnungskonzert gestaltet dieses Jahr der preisgekrönte Pianist Marc-André Hamelin: Neben altbekannten Klassikern wie der «Polonaise-Fantaisie» von Frédéric Chopin tauchen verführerische unbekannte Stücke auf; einige davon sind Entdeckungen des Pianisten selber. Zusammen mit dem «Pacifica Quartet» spielt Marc-André Hamelin in einem weiteren Konzert das Klavierquintett von Leo Ornstein.

Unter der Leitung von Oleg Caetani und an der Seite der Geigerin Viktoria Mullova tritt das Luzerner Sinfonieorchester im KKL Luzern ins Rampenlicht, wenn grosse Werke aus Finnland und Russland auf dem Programm stehen. In anderen Konzerten präsentieren sich Musiker und Musikerinnen des Luzerner Sinfonieorchesters aber auch als Solisten, etwa in der «Hommage an Arthur Lourié» in der Luzerner Matthäuskirche.

Unter dem Titel «Das russische Cello» setzen Steven Isserlis und Olli Mustonen am Sonntag-Abend den Schlusspunkt hinter das diesjährige Zaubersee-Festival. Die zwei Starsolisten führen die wohl bedeutendsten russischen Cellosonaten auf: jene in d-Moll von Dmitri Schostakowitsch, die Komposition in B-Dur von Dmitri Kabalewski und die Cellosonate in D-Dur, welche eines der letzten Werke von Sergei Prokofjew werden sollte.

pd/sk