Quartierplatz und rotes Haus.
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1/1 Quartierplatz und rotes Haus. Bild: ewl
02.07.2019 12:00

Siegerprojekt fürs ewl Areal ist gekürt

ewl energie wasser luzern, die Stadt Luzern und die allgemeine baugenossenschaft luzern abl sind mit der geplanten Überbauung auf dem ewl Areal einen grossen Schritt weiter. Das Team ARGE Halter AG/Eberli Sarnen AG hat mit seinem Projekt «Rotpol» das Beurteilungsgremium überzeugt. Auf dem Areal entsteht ein urbanes, attraktives und ökologisches Vorzeigeprojekt mit den Schwerpunkten Wohnen, Dienstleistungen, Sicherheit.

Die Stadt Luzern, die abl allgemeine baugenossenschaft luzern und ewl realisieren auf dem heutigen ewl Areal gemeinsam ein neues Sicherheits- und Dienstleistungszentrum samt Wohnungen. Entstehen soll ein durchmischtes, nachhaltiges, ökologisches Vorzeigequartier für Wohnen, Arbeit und Freizeit. Dazu haben die drei Parteien vergangenen Dezember die ewl areal ag gegründet. Nun steht auch das Siegerprojekt der Gesamtleistungsstudie fest: Das Projekt vom Team ARGE Halter AG/Eberli Sarnen AG hat die Jury überzeugt. Die Investitionssumme bewegt sich um die 200 Millionen Franken ohne Mieterausbau.

Wohnen, Dienstleistungen, Sicherheit Die abl plant auf dem rund 20'000 Quadratmeter grossen Areal ein vielfältiges Angebot an gemeinnützigen 2.5- bis 5.5-Zimmer-Wohnungen - insgesamt sind es 72 Wohnungen. Dies ergänzend zum benachbarten Projekt Kooperation Industriestrasse. Zusammen mit dem 81 Zimmern umfassenden Pflegezentrum der Viva Luzern AG entsteht auf dem ewl Areal Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse und Lebensformen in einem lebendigen Quartier, das sich dynamisch entwickelt.

ewl und die bereits ortsansässigen städtischen Dienstabteilungen Tiefbauamt, Geoinformationszentrum GIS und Umweltschutz ziehen in neue Räumlichkeiten. Ausserdem werden künftig die Feuerwehr Stadt Luzern, die Zivilschutzorganisation Pilatus, die Stadtgärtnerei und Stützpunkte für das Strasseninspektorat auf dem Areal angesiedelt. Als weitere mögliche Nutzer sind der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals, eine integrierte Leitstelle der Luzerner Polizei und des Sanitätsnotrufs 144 Zentralschweiz sowie die Leitstelle der vbl eingeplant.

Ein öffentlicher Platz für ganz Luzern

Die bauliche Vergangenheit und das industrielle Erbe des Gaswerkareals bleiben im Projekt «Rotpol» mit dem Erhalt des Roten Hauses präsent. Die Architektur kreiert rund um das Rote Haus einen charmanten Quartierplatz im Herzen des Areals. Dieser Platz wird von drei unterschiedlich geformten Gebäudekomplexen gefasst, die sich in Struktur und Ausdruck stark voneinander unterscheiden. Der Quartierplatz darf zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Treffpunkt für die gesamte Luzerner Bevölkerung avancieren.

Kultur und Gesellschaft Das architektonische Gesamtkonzept liefert auf die wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen eine überzeugende Antwort. Ruhige, generationenübergreifende Rückzugsorte sollen zum Verweilen einladen. Ziel der Überbauung ist, dass die Aussenräume von den Anwohnerinnen und Anwohnern wie auch von den Mitarbeitenden aller Bereiche gemeinschaftlich genutzt werden können. Das Rote Haus soll zum sozialen und kulturellen Treffpunkt der Überbauung werden. Behutsam restauriert, wird diesem Haus eine neue Bedeutung zugesprochen. Der lichtdurchflutete Saal gemeinsam mit dem neu gefassten Aussenraum soll künftig Raum für Veranstaltungen, Kulinarik und städtisches Leben bieten.

Ökologisches Vorzeigeprojekt Das ewl Areal wird einen Meilenstein im verantwortungsbewussten, nachhaltigen Städtebau darstellen. Die zukünftigen Nutzer sollen in der Lage sein, ihren Energiebedarf selber zu optimieren und so ihren Teil für die verantwortungsbewusste Gestaltung unserer Zukunft beizutragen. Die Seewassernutzung nimmt eine Schlüsselrolle ein. Das Zusammenspiel von thermischer Energieversorgung durch einen Mix aus Seewasser-, Solarenergie- und Abwärmenutzung soll den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken. Die Überbauung strebt das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» an. Die ewl areal ag und ihre Partner übernehmen damit sowohl Verantwortung für die Umwelt als auch eine Vorbildfunktion.

Weiteres Vorgehen Als nächste Schritte sollen der Gestaltungsplan, das Vorprojekt und das Bauprojekt erarbeitet werden. In der Stadt Luzern stimmt 2021 das Volk über die städtische Finanzierung dieses Projekts ab. Die ewl areal ag rechnet mit dem Erhalt der Baubewilligung im Jahr 2021. Der Baustart der ersten Etappe ist für 2022 geplant - gebaut wird in zwei Etappen. Der Betrieb der vorhandenen Nutzungen auf dem Areal wird während der gesamten Bauphase ohne Provisorien gewährleistet. Baustart für die zweite Etappe ist im Jahr 2024 geplant. Die neuen Mieter können voraussichtlich 2026 die Wohnungen, Pflegeplätze und Büroräumlichkeiten beziehen.

Öffentliche Ausstellung Projektpräsentation Gesamtleistungsstudie

Die sechs ein­gereichten Projektvorschläge zur Gesamtleistungsstudie sind vom Mittwoch, 3. bis Samstag, 13. Juli 2019 bei ewl energie wasser luzern an der Industriestrasse 6 in Luzern ausgestellt. Die Ausstellung ist öffentlich zugänglich.

pd/cs