Setzen sich für ein Ja zur AFR18 ein: (v.l.) Jakob Lütolf, Franz Grimm und Rolf Born.
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1/1 Setzen sich für ein Ja zur AFR18 ein: (v.l.) Jakob Lütolf, Franz Grimm und Rolf Born. Bild: apimedia
29.04.2019 16:00

AFR18 bringt klare Verbesserungen für die Volksschule

Die AFR18 ist nicht nur eine finanzpolitische Vorlage, wie an der heutigen Medienkonferenz des JA-Komitees in Luzern klar wurde.

Das überparteiliche Komitee «JA zur AFR18» wächst und wächst. Mit dabei sind nicht nur die drei bürgerlichen Parteien FDP, CVP und SVP, sondern auch zahlreiche Verbände aus Wirtschaft und Bildung. Denn die AFR18 ist viel mehr als nur eine finanzpolitische Vorlage, wie Vertreter dieser Verbände am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Luzern erklärten. «Die AFR18 bringt zum Beispiel dringend geforderte Verbesserungen im Bereich der Musikschule», sagt Franz Grimm, Präsident des Verbandes Musikschulen Kanton Luzern (VML): «Mit dem neuen 50:50-Kostenteiler erreicht der durchschnittliche Pro-Kopf-Beitrag für einen Musikschüler gut 900 Franken.» Zur Erinnerung: Im Referendum von 2017 mussten sich die Musikschulen noch gegen eine Halbierung der Beiträge von 350 auf 175 Franken wehren. Zudem: «Mit der AFR18 werden die Musikschul-Lehrpersonen endlich den übrigen Volksschul-Lehrpersonen gleichgestellt.» Und auch der Reduktion der Anzahl Musikschulen gewinnt Grimm etwas Positives ab: «Das schafft professionellere Strukturen. Und davon profitieren schliesslich vor allem die Kinder, die den Musikschulunterricht besuchen.» Aus denselben Gründen wird die AFR-Vorlage auch vom Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (LLV), vom Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Luzern (VSSL) sowie vom Musiklehrerinnen- und -lehrerverein (MLV) unterstützt.

Bauern für 50:50-Kostenteiler

Besondere Freude an der stärkeren Beteiligung des Kantons an den Volksschulkosten hat natürlich auch Jakob Lütolf, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV). Er war es, der in seiner damaligen Funktion als CVP-Kantonsrat per Vorstoss die hälftige Kostenteilung zwischen Kanton und Gemeinden angeregt hatte. «Das ist wie beim Autokauf zweier Kollegen. Wenn der eine das Auto aussuchen darf, dann aber nur 25 Prozent der Kosten übernehmen muss, ist er versucht, ein möglichst teures Auto auszuwählen.» Lütolf überrascht es auch nicht, dass ressourcenstarke Gemeinden mit einem kleineren Schüleranteil wie die Stadt Luzern, Weggis oder Vitznau gegen den neuen Bildungskostenteiler weibeln: «Sie haben in den letzten Jahren übermässig vom für sie vorteilhaften Kostenteiler profitiert.

Steigende Volksschulkosten

Rolf Born, Präsident des Verbandes Luzerner Gemeinden (VLG), fiel schliesslich die Aufgabe zu, die Argumente der AFR-Gegner zu kontern. Darunter auch die Sorge um die Entwicklung der Ergänzungsleistungen in der AHV, die neu von den Gemeinden allein getragen werden. Dazu Born: «Wenn auf der einen Seite die Gemeinden neu das Risiko der möglicherweise steigenden Ergänzungsleistungen tragen müssen, trägt der Kanton auf der anderen Seite die zusätzliche Last der mit Sicherheit steigenden Volksschulkosten.» Gemäss LUSTAT führt die demografische Entwicklung im Kanton Luzern nämlich dazu, dass in den nächsten 10 Jahren rund 6000 Lernende mehr in der Volksschule sein werden.

pd/cs