Mobbing gibt's sowohl in der Schule wie auch im Internet.
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1/1 Mobbing gibt's sowohl in der Schule wie auch im Internet. fotolia
05.05.2019 16:00

Wird mein Kind gemobbt?

Lieber Ratgeber

Seit einiger Zeit verhält sich meine 10jährige Tochter merkwürdig, auf jeden Fall nicht mehr so wie vor ein paar Wochen. Vor allem ist sie sehr ruhig geworden und erzählt mir nichts mehr aus der Schule und von ihren Freundinnen. Schon oft habe ich gelesen, dass solche Verhaltensänderungen etwas mit Mobbing zu tun haben. Bevor ich jedoch aktiv werde, möchte ich gerne wissen, wie sich Mobbing auf Kindern auswirkt und wie ich erkennen kann, ob meine Tochter gemobbt wird. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

Svenia M.

Liebe Frau M.

Für Eltern ist es nicht immer einfach zu erkennen, ob ihr Kind gemobbt wird. Indizien können sein: Wenn das Kind Angst hat, zur Schule oder an eine Schulveranstaltung zu gehen, wenn es ängstlich, unsicher oder nervös wirkt, wenige bis gar keine Freunde in oder ausserhalb der Klasse hat, immer wieder etwas verliert, mehr als üblich Geld braucht, immer schlechtere Schulleistungen erbringt, über Schmerzen klagt, des öftern verletzt ist, mit zerrissener Kleidung oder kaputten Sachen nach Hause kommt. Kinder werden nicht mehr nur auf dem Pausenplatz, in der Schule oder auf dem Sportplatz gemobbt, auch über das digitale Netz. Das nennt sich Cybermobbing. Die Schweizerische Kriminalprävention gibt zu diesem Begriff folgende Erklärung ab: «Wenn mehrere Täter und/oder Täterinnen eine Person via Internet oder Handy über einen längeren Zeitraum hinweg absichtlich beleidigen, bedrohen, blossstellen oder belästigen.»

Bevor Sie Vermutungen anstellen, ist es wirklich wichtig, zuerst herauszufinden, was bei Ihrer Tochter vorgefallen ist. Vielleicht gelingt es ihnen auf freundschaftliche und vertrauensvolle Art zu ihr durchzudringen. Wenn nicht, bitten Sie beispielsweise jene Lehrperson, die Ihre Tochter unterrichtet, um ein Gespräch. Falls sich bei Ihrer Tochter tatsächlich um Mobbing handelt, werden sie nicht selber aktiv. Lassen Sie sich vorerst von einer Fachperson beraten. Eine solche finden sie beispielsweise bei Jugendberatungs- oder Stellen, die Mobbingopfer beraten. Sowohl die Luzerner Polizei wie auch die Schweizerische Kriminalprävention (siehe unter www.skppsc.ch) haben Broschüren zum Download aufgeschaltet, die auf Mobbing/Cybermobbing sehr ausführlich eingehen.

Ihr Ratgeber

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