Blaue Duftnessel-Wolken zwischen gelben Sonnenhüten.
Bild: Reto Rohner
1/4 Blaue Duftnessel-Wolken zwischen gelben Sonnenhüten. Bild: Reto Rohner
Hübsch und andauernd blühend: die Duftnessel ist eine beliebte Staude für sonnige, warme
Standorte.
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2/4 Hübsch und andauernd blühend: die Duftnessel ist eine beliebte Staude für sonnige, warme Standorte. Bild: Reto Rohner
In Vollblüte sehen Sonnenhüte einfach famos aus.
Bild: Reto Rohner
3/4 In Vollblüte sehen Sonnenhüte einfach famos aus. Bild: Reto Rohner
Hübsch und andauernd blühend: die Duftnessel ist eine beliebte Staude für sonnige, warme
Standorte.
Bild: Reto Rohner
4/4 Hübsch und andauernd blühend: die Duftnessel ist eine beliebte Staude für sonnige, warme Standorte. Bild: Reto Rohner
14.06.2019 12:00

Gemischte Blütenwunder

Gärtnern könnte ganz einfach sein, wenn nur nicht die ganze Arbeit wäre. Giessen bei Trockenheit, Schutz vor Frost, aufbinden, abschneiden, Schädlings- und Unkrautkontrolle, so glaubt man, brauchen ständige Fürsorge. Doch stimmen die Voraussetzungen, ist das Gegenteil der Fall.

Mit ihrer blühenden Vielfalt, ihren Farben und Formen haben Staudenrabatten eine besondere Magie. Dennoch bevorzugen viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer kaum bepflanzte Steinwüsten. Damit entgeht ihnen einiges: Der magische Anblick, wenn sich vielfarbige Blüten öffnen und Schmetterlinge schwerlos durch den Garten gleiten, ist nur einer davon. Staudenrabatten besitzen ganzjährig eine sich verändernde, aber immer besondere Schönheit. Während die Steinwüsten auf lange Sicht oft zu einem zeitaufwändigen Ärgernis werden, ist die Pflege vielgestaltiger Staudenrabatten einfach und mit wenig Aufwand verbunden – vorausgesetzt, ein paar Grundvoraussetzungen stimmen.

Weniger Pflege als Steingärten

Wer seinen Vorgarten bepflanzen und möglichst wenig Zeit in die Pflege investieren will, sollte sich die Vor-Ort-Bedingungen anschauen, das heisst den Standort, die Sonnenstunden und Bodenfeuchtigkeit. Pflanzen, die die Sonne lieben, aber im Schatten stehen, werden kränkeln und schwach wachsen. Ewig Durstige kümmern auf windexponierten, heissen Rabatten. Wer unsicher ist, was wo am besten wächst: In Gärtnereien oder Fachgartencentern stehen Experten zur Verfügung, die alle Fragen zum richtigen Standort beantworten können. Im Gegensatz zu Steinen wirken Pflanzen kühlend und heizen sich nicht auf – ein wichtiges Argument speziell im Sommer. In Rabatten, wo Stauden dicht an dicht wachsen, finden Unkrautsamen kaum Platz. Damit entfallen lästige Jätaufgaben.

Blütenkerzen bis in den September hinein

Kompakte Stauden, die standfest sind, sich als robust gegen Krankheiten erwiesen haben und lange blühen, gibt es zuhauf. Viele von ihnen sind unersetzliche Nektarweiden für Wildbienen. Werden sie in Schweizer Gärtnereien gekauft, sind sie perfekt an die lokalen Bedingungen angepasst und wachsen zügig an. Ein solcher Star in der Staudenrabatte ist die Duftnessel (Agastache). Insbesondere die dramatisch dunkelviolett blühenden Sorten 'Black Adder' und 'Blue Fortune' sowie die grünlich-weiss blühende 'Alabaster' sind verlässliche Züchtungen und stehen hoch im Kurs bei Bienen und Schmetterlingen. Sie erreichen eine Höhe von 70 bis 90 cm und verströmen an heissen Tagen einen feinen, aromatischen Duft. Wer die Blütenkerzen nach dem Hauptflor zurückschneidet und die Pflanzen etwas düngt, wird zum Herbst hin mit einer zweiten Blüte erfreut. Orangefarben blüht die Sorte 'Kudos Mandarin', deren Laub nach Minze und Ananas duftet – als Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse geniesst sie Kultstatus. Agastachen stehen gerne auf eher trockenen, sandigen, gut durchlässigen Böden und müssen nur bei grosser Trockenheit gegossen werden.

Blütensalbei und hoher Sommer-Phlox

Ideale Partner zu den Duftnesseln sind Sonnenhut (Echinacea), Prachtkerzen (Gaura lindheimeri), Kugeldisteln (Echinops), Salbei und flächig wachsende Bodendecker wie Ysop oder Berufskraut. Beim Garten-Blüten-Salbei (Salvia) haben sich speziell die violett-blau blühenden Sorten 'Ostfriesland' und 'Caradonna' sowie ihr weisses Pendant 'Schneehügel' bewährt. Wer die Pflanzen alle zwei bis drei Jahre teilt, wird mit einer besseren Wuchs- und Blühkraft belohnt. Besonders schön wirken sie zu den Blütenwolken des Gartenphlox. Ganz allgemein gehört der hohe Sommer- Phlox (Phlox paniculata) zu den eindrücklichsten Gartenstauden. Bei seinen Blütenfarben ist fast jede Nuance vertreten: Schneeweiss, Pastell, Rot, Violett, Blau … Wer nach besonders gesunden Pflanzen Ausschau hält, wird bei den Sorten 'Bright Eyes' – sie blüht in hellem Rosa mit pinker Blütenmitte – der reinweissen 'David' und der kirschroten 'Red Riding Hood' fündig.

pd/cs